Apotheken beraten täglich 300 000 Mal bei Arzneimittelproblemen23. September 2009
Bei fast jeder fünften Abgabe eines rezeptfreien Medikaments tauchten demnach arzneimittelbezogene Probleme auf. Etwa 30 Prozent der Schwierigkeiten mit Medikamenten entstehen, weil im individuellen Fall eine Selbstmedikation nicht empfehlenswert ist, zum Beispiel bei bereits länger bestehenden oder starken akuten Beschwerden. Bei 20 Prozent der Fälle war das vom Kunden nachgefragte Präparat im Einzelfall nicht geeignet, zum Beispiel ein alkoholhaltiges Erkältungsmittel für ein Kind. Weitere häufige arzneimittelbezogene Probleme sind nach ABDA-Angaben eine zu lange oder häufige Anwendung, etwa bei Kopfschmerzmitteln, oder eine falsche Dosierung. Sieben von zehn der dokumentierten Probleme entfallen auf die vier Anwendungsgebiete Schmerzen, Atemwege, Magen-Darm-Trakt und Haut. Auf dem bis Samstag dauernden Apothekertag beraten rund 400 Delegierte unter dem Motto «Gesundheit braucht Verantwortung» über die Gesundheitspolitik in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzkrise. ABDA-Präsident Heinz-Günter Wolf richtete vor dem Kongress einen Appell an die nächste Bundesregierung: «Schluss mit dem politischen Aktionismus. Patienten und Apotheker brauchen Verlässlichkeit und Qualität in der Gesetzgebung.» Die Entwicklung der Arzneimittelversorgung dürfe nicht gekoppelt werden an Legislaturperioden, sagte der Apotheker-Funktionär. «Gesundheitspolitik ist kein Experimentierfeld. Wir werden darauf achten, dass die freiberufliche Apothekerschaft mit all ihren Kompetenzen anerkannt wird und bleibt. Dafür brauchen wir einen stabilen Gesetzesrahmen», lautete die Forderung Wolfs. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ist nach eigenen Angaben die Spitzenorganisation der etwa 57 000 Apotheker in der Bundesrepublik. Verbandsziel ist die «Wahrnehmung und Förderung der gemeinsamen Interessen dieses Heilberufes». Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem regte anlässlich des Apothekertags ein neues Vergütungssystem für Apotheken an, das die Zahl der Apotheken verringern und besser auf Stadt und Land verteilen soll. In den Großstädten gibt es nach Einschätzung des Experten Spielraum für weniger Apotheken: «Da hat das Wort Hausapotheke eine ganz eigene Bedeutung, nämlich, etwas überspitzt gesagt, in jedem Haus befindet sich eine Apotheke. Auf dem flachen Land sieht das anders aus.» na/ddp
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Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 23. September 2009 um 14:47 erstellt und ist in der Kategorie Gesundheit abgelegt. Es besteht die Möglichkeit auf diesen Artikel zu antworten oder einen Trackback von der eigenen Seite zu senden.
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