Bahn-Chef wollte angeblich mit Spähaktion Informationslecks finden


05. Februar 2009

Die Bahn hat das massenhafte Ausspähen ihrer Mitarbeiter einem Pressebericht zufolge nicht nur zur Abwehr von Korruption genutzt. Nach Informationen der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» (Donnerstagausgabe) diente die Aktion auch dazu, Informationslecks abzudichten, durch die Nachrichten an Politiker und Journalisten abflossen. Bisher hatte die Bahn ihr Verhalten nur mit der Korruptionsbekämpfung begründet.

Ihm liege ein interner Brief von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn aus dem Jahr 2002 vor, in dem jedem Mitarbeiter mit fristloser Kündigung gedroht werde, der unabgesprochen Informationen an die Öffentlichkeit bringe, sagte der FDP-Verkehrspolitiker Horst Friedrich dem Blatt. Seinen Informationen nach sind bei der internen Rasterfahndung vor allem die gewählten Telefonnummern der Mitarbeiter mit denen von Politikern und Journalisten abgeglichen worden. Das erkläre auch, warum damals 173 000 von 240 000 Beschäftigte überprüft worden seien, sagte Friedrich.

In dem Schreiben spreche Mehdorn auch davon, dass nicht autorisierte Informationen für die Öffentlichkeit mindestens so schlimm seien wie Korruption, berichtet der FDP-Politiker.

ddp.djn/mar
 

 

 

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