Bayern greift angeblich nach Filetstücken von Qimonda


02. April 2009

Bayern greift nach Filetstücken von QimondaNach der Pleite von Qimonda will der Freistaat Bayern einem Medienbericht zufolge die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Chipkonzerns von Dresden nach München holen. Die Staatsregierung habe daher bereits Insolvenzverwalter Michael Jaffé gebeten zu prüfen, ob Forschung und Entwicklung an der Isar eine Zukunftschance hätten, berichtet das «Handelsblatt» (Freitagausgabe) unter Berufung auf Regierungskreise in München.

Gegebenenfalls soll der Jurist ein entsprechendes Konzept entwickeln. Falls es eine Perspektive für die Filetstücke gebe, sei eine Unterstützung durch die Politik denkbar. «Es ist völlig unstrittig, dass das eine hochinteressante Technologie ist», hieß es in München. Auch Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) stehe hinter der Idee.

Am Mittwoch war das Insolvenzverfahren über die Infineon-Tochter offiziell eröffnet worden. Die Produktion im Werk in Dresden steht seither still. In München war bislang die Zentrale von Qimonda angesiedelt sowie die Produktentwicklung. Die Technologieentwicklung besorgten Ingenieure in Dresden. Dort war die Firma auch eng in ein Netz aus Forschungseinrichtungen eingebunden.

Im Umfeld von Insolvenzverwalter Jaffé hieß es allerdings, ein solches Konzept habe kaum Chancen. Es sei wegen der hohen Personalkosten nur dann zu verwirklichen, wenn es einen gesicherten Abnehmer für die Produkte geben würde. Ein solcher sei jedoch nicht in Sicht.

Die sächsische Staatsregierung wollte sich dem Bericht zufolge nicht konkret zu einer drohenden Abwanderung nach Bayern äußern. «Bei Qimonda läuft nach wie vor die Suche nach einem Investor», sagte Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) dem «Handelsblatt». Man müsse aber alle Varianten gedanklich durchspielen.

na/uk, ddp

 

 

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