Im Jahre 1839 erfolgte eine Umstellung der Gebühren für Briefe. Die Kosten für den Transport eines Briefes wurden zuvor aus der Entfernung zwischen dem Absender und dem Empfänger berechnet. Mit der Reform änderte sich dies allerdings. Nur das Gewicht eines jeden Briefes bestimmte nach der Reformierung die Gebühren die für den Transport eines Briefes erhoben wurden.
Deshalb wurden plötzlich Waagen benötigt, die es ermöglichten das Gewicht der einzelnen Briefe möglichst genau zu bestimmen. Also wurden die ersten Briefwaagen konstruiert und einige Zeit später stieg die Anzahl der produzierten Briefwaagen steil an. Briefwaagen wurden nicht nur von der Post gekauft. Auch viele Privatleute und Menschen die in kaufmännischen Berufen tätig waren, kauften die kleinen Waagen. Die ersten Briefwaagen die gebaut wurden, konnten Briefe mit einem Gesamtgewicht von bis zu 115 Gramm erfassen.
Auf den Briefwaagen waren entsprechende Markierungen angebracht um das Gewicht der Briefe möglichst genau ablesen zu können. Diese Waagen waren jedoch recht teuer. Der Brite Robert Winfield offerierte etwas später die sogenannten Kerzenständer-Briefwaagen, die im Vergleich mit den anderen Konstruktionen deutlich günstiger zu erwerben waren. Die Feder die bei diesen Briefwaagen in einen Zylinder integriert war, befand sich unterhalb einer einfachen aus Metall bestehenden Scheibe, auf der die zu wiegenden Briefe jeweils einzeln abgelegt wurden.
Eine zweite Scheibe diente dabei als Anzeige für das gemessene Gewicht. Die nächste Generation der Briefwaagen konnten auch das Gewicht von Briefen mit einem deutlich höheren Gewicht erfassen. Die Konstruktionen wurden im Laufe der Zeit immer weiter verbessert und konnten zunehmend günstiger herge-stellt werden. Dann wurden Messsysteme für Briefe entwickelt, die elektronisch und noch präziser arbeiteten. Diese Systeme verdrängen zunehmend die alten rein mechanischen Briefwaagen.
