Bundesinnenminister warnt vor «religiösen Konflikten» wegen Zuwanderung


01. Februar 2009

Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnt vor «religiösen Konflikten» in Deutschland infolge der Zuwanderung. Diesen müsse verstärkt vorgebeugt werden, schrieb Schäuble in einem Beitrag für das «Hamburger Abendblatt» (Montagausgabe). Die Migration führe dazu, dass die kulturellen Unterschiede zwischen den Menschen in der Bundesrepublik größer werden. Deshalb müsse man «die Voraussetzungen für Integration und damit auch für ein gutes Miteinander schaffen».

Der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya, forderte derweil die beiden großen christlichen Kirchen zu einem verstärkten Dialog mit den Muslimen auf. Kizilkaya sagte der Nachrichtenagentur ddp, das Verhältnis sei derzeit «leider von Distanz geprägt». Diese müsse überwunden werden, um eine bessere Verständigung zu erreichen. Wenn das in Deutschland gelinge, könne es auch ein «Signal für ganz Europa» sein.

Kizilkaya betonte, die Wahl von Papst Benedikt XVI. habe die Beziehungen der katholischen Kirche zu den Muslimen in der Bundesrepublik bislang nicht vorangebracht. Vielmehr habe es durch die umstrittenen Äußerungen des Papstes über Mohammed im September 2006 in Regensburg einen «Dämpfer» gegeben. Kizilkaya warnte in diesem Zusammenhang vor einem Scheitern des Dialoges. Zur Begegnung der Religionen gebe es keine Alternative. Der Dialog müsse allerdings «auf gleicher Augenhöhe stattfinden – und frei sein von Mission und Belehrung».

Schäuble forderte von den Zuwanderern größere Anstrengungen zur Integration. Er mahnte: «Die sprachliche Integration, insbesondere der türkisch-stämmigen Bürgerinnen und Bürger, muss besser werden.» Moderne Gesellschaften funktionierten nur, «wenn wir alle wissen und akzeptieren, nach welchen Regeln und mit welchen Erwartungen sich der Austausch zwischen Bürgern und mit dem Staat vollzieht». Es werde allerdings immer schwieriger, diesen Grundkonsens herzustellen.

ddp/jsc/stu
 

 

 

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