Die Krankenkassen müssen nach Einschätzung der AOK im nächsten Jahr mit einem Defizit von 11,6 Milliarden Euro rechnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Finanzrechnung des AOK-Bundesverbandes, die der Tageszeitung “Die Welt” (Mittwochausgabe) vorliegt. In die Rechnung mit einbezogen ist demnach das aktuell bestehende Defizit von 3,9 Milliarden Euro, das die Krankenkassen voraussichtlich schon in diesem Jahr über Zusatzbeiträge decken müssen. Vergrößert werde es dadurch, dass den Kassen unter dem Strich 2,4 Milliarden Euro an Steuerzuschüssen verloren gehen, die ihnen die Bundesregierung in diesem Jahr gewährt hat. Außerdem sei im nächsten Jahr mit zusätzlichen Ausgaben in Höhe von 6,8 Milliarden Euro zu rechnen. Positiv mache sich laut der AOK-Rechnung bemerkbar, dass die Beitragseinnahmen unter anderem wegen der anziehenden Konjunktur um 1,5 Milliarden Euro steigen sollen.
na/dts
Eine Kommission der Bundesregierung tritt am Mittwoch das erste Mal zusammen, um die weitere Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung zu klären. Heftiger Streitpunkt in der schwarz-gelben Koalition ist die von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) geplante Einführung der sogenannten Kopfpauschale.
Die von der Bundesregierung einberufene Gesundheitsreformkommission tritt am Mittwoch (17. März 15.00 Uhr) in Berlin erstmals zusammen. Die Arbeitsgruppe soll «Vorschläge für eine nachhaltige und sozial ausgewogene Finanzierung des Gesundheitswesens» machen und damit den Streit in der Koalition um die Gesundheitsreform schlichten. Von dem Gremium werden unter anderem Vorschläge zur zukünftigen Finanzierung der Krankenkassen erwartet.
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hält an der Einführung einer Kopfpauschale im Gesundheitswesen fest. Hier sei ein «schrittweiser Einstieg» vorgesehen, um niemanden zu überfordern, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag in Berlin.
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) will nach Presseinformationen für die gesetzliche Krankenversicherung 2011 eine Gesundheitsprämie in Höhe von voraussichtlich 29 Euro im Monat einführen. Diese Kopfpauschale müsste von jedem Versicherten neben den Beiträgen gezahlt werden, wie die in Potsdam erscheinende Zeitung «Märkische Allgemeine» berichtet. Um die Bürger auch zu entlasten, will Rösler den 2005 eingeführten Zusatzbeitrag der Arbeitnehmer in Höhe von 0,9 Prozent streichen. Die Beiträge für die Krankenkassen würden dann wieder paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert. 