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Die deutsche Kunsttradition zählt zu den einflussreichsten und bedeutendsten in Europa und der westlichen Welt. Obwohl es zu jedem Zeitpunkt starke Wechselwirkungen mit internationalen Stilen gab, ist eine zusammenhängende interne Entwicklung unübersehbar. Von den Ursprüngen an bezog sich fast jede neue Künstlergeneration explizit auf die vorherigen.

Die Ursprünge der deutschen Kunstgeschichte liegen im Mittelalter. Die meisten Kunstwerke aus dieser Zeit sind stark christlich geprägt. Typischerweise waren Künstler in Kirchen oder ihrem direkten Umfeld beschäftigt; am besten erhalten sind aus dieser Zeit Statuen und Skulpturen. Auch Wandbilder und Glasfenster spielten wohl eine wichtige Rolle, wurden aber oftmals im Laufe der Jahrhunderte zerstört. Der Einfluss der deutschen Kunst auf die gesamteuropäische Kultur war im Mittelalter außerordentlich stark. Zu den berühmtesten einzelnen Werken gehören Handschriften und Buchmalereien, die meist christliche oder historische Motive darstellten. Diese Kunstform verschwand erst gegen Ende des Mittelalters, als die Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg das Medium Buch stark veränderte.

Eine Hochzeit erlebte die Kunst in Deutschland in der Renaissance. Als bedeutendster Künstler dieser Zeit gilt gemeinhin Albrecht Dürer, dessen umfassendes und thematisch sowie stilistisch vielseitiges Werk heute oft als ein Höhepunkt der gesamteuropäischen Kunstgeschichte beschrieben wird. Nach Dürers Tod war die Kunst zunächst stark von der Reformation geprägt. Im anschließenden Barock und besonders im Rokoko waren üppige Formen und detailreiche Darstellungen vorherrschend, die ihren Niederschlag sowohl in der Malerei als auch in der Architektur und der Gartenbaukunst fanden. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden zahlreiche Kunstakademien gegründet, die diesen Stil maßgeblich mitprägten.

Ab dem 18. Jahrhundert wurde die Romantik nach und nach zur vorherrschenden Schule. Einer der bedeutendsten Maler der deutschen Romantik ist Caspar David Friedrich, dessen Werk auch international außerordentlich einflussreich war. In der Romantik wurde die Kunst insgesamt individualistischer. Neben mythologischen und historischen Darstellungen gewannen Darstellungen von Einzelschicksalen und wilden Naturszenerien an Bedeutung, die oft das Innenleben des Künstlers widerspiegelten. Die Romantik wurde abgelöst durch den Biedermeier, als dessen bedeutendster Vertreter heute Carl Spitzweg gilt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gewann der Naturalismus an Bedeutung, der nahtlos in die Moderne überging. Erste Werke der Moderne stammen aus der Zeit um die Jahrhundertwende.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen zahlreiche unterschiedliche Strömungen auf, die oft den politischen Geist der Zeit widerspiegelten. Zwei bedeutende Gruppierungen aus dieser Zeit sind die Brücke und der Blaue Reiter, die dem Expressionismus zugerechnet werden. Bedeutende deutsche Künstler dieser Epoche sind etwa August Macke, Emil Nolde und Max Pechstein. Auch Max Liebermann und der etwas ältere Jugendstil mit seinem Vorreiter Gustav Klimt prägten die Ästhetik ihrer Zeit. In der Weimarer Republik kamen groteske und satirische Stile auf, die etwa von Otto Dix oder Max Beckmann propagiert wurden. Auch der Dadaismus fällt in diese Epoche. Mit dem Aufkommen des Dritten Reichs verschwanden diese Kunstrichtungen aus den Museen und verloren vorübergehend an Einfluss.

Als einer der bedeutendsten deutschen Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg gilt Joseph Beuys, der zu einer Politisierung der Kunst aufrief. Typisch für die Ästhetik von Beuys ist die Auffassung, jeder Mensch sei ein Künstler. Die jüngere deutsche Kunstgeschichte ist ebenso vielseitig und facettenreich wie die der Vorkriegszeit und verdankt zahlreiche ihrer Eigenheiten internationalen Einflüssen. In der Tradition von Beuys steht die Konzeptkunst, die bis heute eine wichtige Rolle spielt; eine zweite wichtige Schule ist der Neoexpressionismus, dem in der zeitgenössischen Kunst etwa Jörg Immendorff und Anselm Kiefer zugerechnet werden.

 

 

 

 


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