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Seit Einführung offizieller Statistiken im Jahr 2001 gab es noch nie so viele Vereine in Deutschland. Mittlerweile gibt es über 580.000 eingetragene Vereine in den Bereichen Sport, Kultur, Soziales, Freizeit, Umwelt, Tierhilfe, Wohlfahrt und Naturschutz, Tendenz steigend.

Im Jahr 2001 waren es erst rund 545.000 Vereine, die in Deutschland offiziell und auf den Grundlagen des Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) §§ 21 bis
79 eingetragen waren. In den ersten sieben Jahren der Erhebung stieg die Anzahl dann nur um rund 10.000. Seit dem Jahr 2008 erlebt die Vereinsgründung aber einen regelrechten Boom und stieg in etwas weniger als der Hälfte der Zeit um mehr als das Zweieinhalbfache. Knapp ein Drittel der seitdem stattgefundenen Neugründungen gehen auf den Freizeitbereich zurück, wobei dessen prozentualer Anteil am Gesamtwert aber geringer anstieg als der der Wohlfahrtsvereine (und -verbände), die vorher in nicht annähernd so großer Zahl vorhanden waren, wie die Freizeit- oder Sportvereine und daher prozentual am meisten stiegen. Verrechnet man die Neugründungen mit den getätigten Auflösungen diverser Vereine, so bleibt ein Nettozuwachs von
25.897 Vereinen in den letzten elf Jahren. Insgesamt zählen die Vereine in Deutschland über 80 Millionen Mitglieder, statistisch gesehen ist folglich jeder der rund 82 Millionen Deutschen Mitglied in einem Verein, was auch im europäischen Vergleich ein guter Wert ist. Natürlich muss dabei berücksichtigt werden, dass eine Person auch in mehreren Vereinen gleichzeitig aktiv sein kann und andere wiederum in gar keinem.

Den größten Zuwachs seit 2001 nach Zahlen erlebte der Soziale Bereich, der um rund 6715 Vereine anwuchs sowie der Freizeitbereich, der ein Plus von
5175 Vereinen verbuchen konnte. Prozentual holten vor allem Vereine aus den Bereichen Kultur sowie Umwelt- und Tierschutzvereine auf, die ein Wachstum von 8 Prozent bzw. 8,9 Prozent erzielen konnten. Auch die sogenannte Vereinsdichte, also die Anzahl der eingetragenen Vereine, die auf 1 Millionen Einwohner kommen, hat sich erhöht. So gibt es in der Bundesrepublik Deutschland aktuell 7.094 Vereine pro eine Million Einwohner.
Dies ist einerseits auf den enormen Anstieg der Neugründungen von Vereinen zurückzuführen, andererseits spielt aber auch die gleichzeitig schwindende Bevölkerungszahl in Deutschland eine Rolle und führt daher unweigerlich zu einem Anstieg der Vereinsdichte. Zum Vergleich: im Jahr 2008 waren es nur 6.743. Dennoch bleibt Deutschland weiterhin hinter den noch erheblich größeren Vereinsdichten der skandinavischen Länder sowie der von den Niederlanden zurück.

Aber nicht überall steigt die Anzahl der Vereine: in NRW stagniert sie mehr oder weniger mit einem kaum nennenswerten Anstieg von mageren 0,13 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern war sogar ein Verlust von 1,70 Prozent zu konstatieren. Deutlich nach oben wird der Schnitt durch die Länder Brandenburg und Berlin getrieben, die einen Zuwachs von enorm starken 26,05 Prozent bzw. 11,56 Prozent vorweisen konnten. Die deutlichen Unterschiede gehen dabei auf die Anzahl der Wirtschafts- und Berufsverbände in den jeweiligen Bundesländern zurück. In NRW wurden in den vergangenen Jahren
1.334 weniger von diesen „Lobbyverbänden“ registriert, während in Brandenburg und Berlin ein satter Zuwachs von 1.874 festzustellen war. Trotz dieses erheblichen Anstieges in Berlin und Brandenburg existieren insgesamt in Westdeutschland durchschnittlich mehr Vereine im Verhältnis zur Bevölkerung als in den neuen Bundesländern. Fast jeder fünfte Verein ist in NRW ansässig, was in erster Linie natürlich mit der hohen Einwohnerzahl zusammenhängt. Die höchste Vereinsdichte hat weiterhin das Saarland mit rund 9.000 Vereinen, die sich auf die knapp 1 Million Einwohner verteilen.

 

 

 

 


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