Der Pannenvogel fliegt11. Dezember 2009
Beim A400M handelt es sich um das größte und aufwendigste europäische Militärprojekt. Sieben Nationen – Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, die Türkei, Belgien und Luxemburg – haben 180 Maschinen zum Preis von mehr als 20 Milliarden Euro bestellt. Deutschland hatte mit 60 Flugzeugen zum Preis für über neun Milliarden Euro die größte Order abgegeben. Im langjährigen Streit um die Verteilung der wegen großer technischer Probleme beim Bau des A400M angefallenen Mehrkosten von 5,3 Milliarden Euro zeichnet sich jetzt eine Annäherung zwischen den Positionen der Bestellernationen und den Herstellern EADS und deren Tochter Airbus an. «Anpassungen bei der Preisindexierung, etwa für Rohmaterialien, sind im Rahmen des Vertrages möglich», sagte Staatssekretär Rüdiger Wolf vom Berliner Verteidigungsministerium «Handelsblatt Online» am Rande des Jungfernflugs. Der Großteil der ermittelten Mehrkosten müsste aber bei der Industrie verbleiben. Wolf zeigte sich «sehr optimistisch», dass das A400M -Programm zum Erfolg geführt werden könne. Wolf griff einen Vorschlag auf, den das Airbus-Management vorgelegt hatte. Danach sollen die zusätzlichen Kosten der Entwicklung bei Airbus verbleiben, die weiteren Kosten für die industrielle Fertigung aber von den Kundenstaaten übernommen werden. Dies sei durch eine Änderung der Preis-Anpassungsklausel möglich. Wolf machte klar, dass er an den Eckpunkten des Vertrages wie Stückzahl, technische Anforderungen oder Preis nicht rütteln lassen will. Wolf betonte, es sei jetzt an Airbus, Vorschläge an die Kunden für eine Lösung zu machen. «Wir haben schließlich einen gültigen Vertrag», sagte der Staatssekretär. Die Verhandlungsfrist läuft Ende des Jahres ab. Am nächsten Dienstag soll eine entscheidende Runde zwischen Vertretern der Nationen und EADS stattfinden. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte, der Konzern müsse bis Ende 2009 eine verbindliche Stellungnahme gegenüber den gemeinsamen Positionen der Vertragsnationen abgeben. Wenn die Serienproduktion des A400M beginnt, sollen in den Airbus-Werken und bei den Zulieferern im Bundesgebiet 10 000 von europaweit 40 000 Mitarbeitern mit dem Militärflugzeug beschäftigt sein. Für die Bundeswehr gibt es zum A400M nach Darstellung von Luftwaffenoffizieren keine Alternative. Der «Supervogel» soll die betagte Transportmaschine vom Typ C-160-Transall ablösen. Gerade für die Auslandseinsätze wird der A400M als «unerlässlich» angesehen. Er wird mit 780 Kilometer in der Stunde wesentlich schneller sein als die bewährte «Trall» mit nur 455 Stundenkilometer. Der A400M soll auch deutlich mehr «schleppen» können: Maximal 37 Tonnen statt nur 16 Tonnen wie die Transall. Die größte Reichweite des A400M liegt bei über 8000 Kilometer. Die Transall schafft lediglich 1170 Kilometer. Mit dem A400M wollen sich die europäischen Militärs die Möglichkeit verschaffen, Zehntausende Soldaten und schweres Kriegsgerät problemlos in alle Welt zu bringen. Die Maschine soll auch auf Sand- und Graspisten starten und landen können. 2013 sollen die ersten A400M ausgeliefert werden. na/ddp
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Dieser Artikel wurde am Freitag, 11. Dezember 2009 um 19:17 erstellt und ist in der Kategorie Deutschland abgelegt. Es besteht die Möglichkeit auf diesen Artikel zu antworten oder einen Trackback von der eigenen Seite zu senden.
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