Freedom Award für Deutschland


09. November 2009

Freedom Award für DeutschlandEinen Tag vor dem Jubiläum des Mauerfalls hat das Atlantic Council of the United States Deutschland für sein Streben nach Freiheit und Demokratie mit dem Freedom Award ausgezeichnet. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) betonte bei der Preisverleihung am Sonntagabend im Hotel Adlon in Berlin, «die Mauer sei nicht gefallen, sondern wurde eingedrückt und umgestürzt von Menschen und zwar von Osten nach Westen.» Berlins Regierender Bürgermeister, Klaus Wowereit (SPD), sowie die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton erinnerten zugleich an die Anstrengungen aller alliierten Kräfte, die mit zum Mauerfall beigetragen hätten. Neben Deutschland erhielten auch die USA, Polen, Tschechien und die Slowakei, die NATO sowie Berlin die Auszeichnung.

Westerwelle sagte, es sei die «Freiheitsliebe der Menschen» gewesen, die die Mauer letztlich zu Fall gebracht habe und mahnte, es dürfe nicht vergessen werden, wie viele Menschen noch vor dem Mauerfall auf die Straße gegangen seien und dort ihr Leben riskiert hätten. «Sie sind die Helden», hob Westerwelle hervor und fügte hinzu: «Dann kommt lange Zeit gar nichts und dann kommt die politische Staatskunst.»

Wowereit, der den Freedom Award für Berlin entgegennahm, betonte, Berlin sei 20 Jahre nach dem Mauerfall zu einer pulsierenden Metropole geworden. Obwohl die Menschen in der ehemaligen DDR unterdrückt worden seien, sei doch ihr Verlangen nach Freiheit und Demokratie so stark gewesen, um die Mauer zu Fall zu bringen. In diesem Zusammenhang richtete er seinen besonderen Dank an den früheren tschechischen Präsidenten Vaclav Havel sowie den ehemaligen Präsidenten Polens, Lech Walesa, durch deren Engagement sich die Ostdeutschen hätten anstecken lassen. Die USA würdigte er als «treuen Freund.»

Clinton, die die Auszeichnung im Namen der USA in Empfang nahm, nannte den Mauerfall einen gemeinsamen Erfolg europäischer und amerikanischer Zusammenarbeit. Sie verwies darauf, dass dies nicht innerhalb von Tagen erreicht worden sei. Vielmehr sei es ein Kraftakt von vielen Jahren gewesen. Letztlich hätten sich am 9. November 1989 dann die Hoffnung und die Gebete von Millionen von Menschen erfüllt, sagte sie.

Zugleich mahnte Clinton, eine solche Errungenschaft nicht als selbstverständlich anzusehen und erinnerte daran, dass es auch 20 Jahre nach dem Mauerfall noch zahlreiche Mauern und Missstände in der Welt zu bekämpfen gebe. Nur durch die Gemeinschaft werde es möglich, derartige Herausforderungen zu überwinden, hob sie hervor und appellierte zugleich auch weiterhin als Gemeinschaft zu kämpfen.

Der Freedom Award wurde in diesem Jahr erstmals von dem Atlantic Council of the United States vergeben. Die zu Beginn der 60er Jahre gegründete unabhängige Organisation fördert eine Intensivierung des transatlantischen Dialogs und setzt sich für eine konstruktive und kooperative nordamerikanisch-europäische Führungsrolle auf der Weltbühne ein.

na/ddp

 

 

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