Fussball: 1. Bundesliga – Zusammenfassung des 13. Spieltags


16. November 2008

Von Ulrike Weinrich

Still und leise marschieren Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim in der Fußball-Bundesliga im Gleichschritt Richtung Herbstmeisterschaft, während sich Bayern München knapp sechs Wochen vor Weihnachten erneut in Geberlaune präsentiert. Beim 2:2 (1:0) bei Borussia Mönchengladbach verschenkte der Rekordmeister bereits zum dritten Mal in dieser Saison einen Zwei-Tore-Vorsprung.

Nach dem vorläufigen Ende der Aufholjagd haben die Bayern noch vier Spieltage Zeit, um den Drei-Punkte-Rückstand auf Leverkusen (2: 1 gegen Schalke 04) sowie Hoffenheim (3:2 gegen den VfL Wolfsburg) wettzumachen und als Primus ins neue Jahr zu gehen. Erster Verfolger des Trios ist nach dem 13. Spieltag Hertha BSC Berlin. Die Hauptstädter bezwangen den Hamburger SV 2:1 (1:0) und tauschten mit den Norddeutschen den Tabellenplatz.

Ein Lebenszeichen gab Schlusslicht Energie Cottbus von sich. Dank eines Fallrückzieher-Tores von Branko Jelic gewannen die Lausitzer das Kellerduell gegen den Karlsruher SC mit 1:0 (0:0). Hart ins Gericht ging Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit seinen `Sieg-Verschenkern´, die in leichtfertiger Manier den Erfolg aus der Hand gaben. `Eigentlich lief alles in die richtige Richtung, aber dann sind wir zu fahrlässig geworden und haben zwei wichtige Punkte liegen lassen´, schimpfte Rummenigge. Während Manager Uli Hoeneß mit hochrotem Kopf flüchtete, gaben sich die Protagonisten selbstkritisch. `Das sind die wichtigen Spiele, die man gewinnen muss. So verliert man den Anschluss´, konstatierte Nationalspieler Philipp Lahm.

Für Gladbachs Trainer Hans Meyer war der unerwartete Punktgewinn `ein Bonbon´ im Abstiegkampf. Während Leverkusen der Platz an der Sonne immer besser gefällt, ist für Schalke der Zug in Richtung Tabellenspitze vorerst abgefahren. `Auf Schalke gehört Arbeit. Wir haben das Spiel weggegeben, das passiert einer großen Mannschaft nicht´, echauffierte sich Trainer Fred Rutten. Die Königsblauen haben bereits acht Punkte Rückstand auf Bayer, das nach dem Platzverweis für Gonzalo Castro (66.) in Unterzahl spielen musste. Auch Leverkusens derzeit größter Rivale gab sich keine Blöße.

Der möglichen Herbstmeisterschaft steht Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick allerdings gleichgültig gegenüber. `Inoffizielle Titel interessieren mich sowieso nicht´, erklärte Rangnick. Enttäuschte Gesichter dagegen beim HSV, der seine schwarze Serie in Berlin nicht beenden konnte. Nach dem 1:2 warten die Hanseaten mittlerweile seit elf Spielen auf einen Sieg in der Hauptstadt. `Diese Niederlage ist bitter. Wir haben in der ersten Halbzeit unser bestes Auswärtsspiel der Saison gezeigt´, meinte Mladen Petric, der den HSV per Fallrückzieher in Führung gebracht hatte.

Der Nord-Rivale Werder Bremen dagegen beendete am Sonntag seine kleine Krise mit einem 3:1-Erfolg gegen den zuvor zweimal in Folge siegreichen 1. FC Köln und machte einen Sprung auf Platz sieben. Jubelstimmung auch in Cottbus, wo Energie-Trainer Bojan Prasnikar nach dem ersten Heimsieg wieder Licht am Ende des Tunnels sieht. `Jetzt haben wir die Kurve gekriegt und haben eine ganz andere Situation.´

Dagegen gab Karlsruhes Sportdirektor Rolf Dohmen seinem Coach nach der sechsten Niederlage aus den vergangenen sieben Spielen sicherheitshalber eine Jobgarantie. Dohmen: `Wir gehen mit Edmund Becker auch in die 2. Liga.´

sid ul rd
 

 

 

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