Gruner+Jahr-Chef Kundrun legt Vorstandsposten bei Bertelsmann nieder24. Dezember 2008 Gütersloh (ddp). Der Chef des größten deutschen Zeitschriftenverlags Gruner+Jahr, Bernd Kundrun, hat seinen Vorstandsposten beim Mutterkonzern Bertelsmann niedergelegt. Kundrun sei am Dienstagabend mit sofortiger Wirkung zurückgetreten, sagte ein Bertelsmann-Sprecher am Mittwoch auf ddp-Anfrage. Zu den Gründen für den Schritt wollte sich der Sprecher nicht äußern. Welche Auswirkungen der Rücktritt Kundruns als Bertelsmann-Vorstand auf seine Arbeit als G+J-Chef hat, blieb ebenfalls offen. G+J («Stern», «Geo», «Brigitte», «Financial Times Deutschland») wird derzeit von der mit der Wirtschaftskrise einhergehenden Anzeigenflaute schwer getroffen. Im November hatte der Hamburger Großverlag, der zu knapp 75 Prozent zu Bertelsmann gehört, ein radikales Sparprogramm vorgestellt. Die Wirtschaftstitel sollen in einer Großredaktion zusammengelegt werden, dabei werden 60 Stellen gestrichen – ein Novum in dem Unternehmen. In der Bertelsmann-Spitze soll es am Vorgehen der G+J-Führung ebenso heftige Kritik gegeben haben wie an Kundruns öffentlich gewordenen Abwanderungsgedanken in Richtung ProSiebenSat.1. Die Online-Ausgaben der «Zeit» und des «Focus» berichteten, Hintergrund für den Schritt Kundruns sei ein Streit mit dem seit Jahresanfang amtierenden Bertelsmann-Chef Hartmut Ostrowski. Nach «Focus»-Informationen hat Kundrun in den vergangenen Wochen bei Ostrowski darauf gedrängt, mehr Geld für Investitionen bei G+J bereitzustellen. Bislang liefert das Zeitschriftenhaus seine Gewinne nahezu komplett in Gütersloh ab. In den vergangenen fünf Jahren waren das dem Magazin zufolge rund eine Milliarde Euro. Kundrun soll angesichts der Medienkrise einen Richtungswechsel und einen Teil der Erlöse für Investitionen gefordert haben. ddp/pon/kos
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Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 24. Dezember 2008 um 15:30 erstellt und ist in der Kategorie Wirtschaft abgelegt. Es besteht die Möglichkeit auf diesen Artikel zu antworten oder einen Trackback von der eigenen Seite zu senden.
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