HRK-Chefin verteidigt Umstellung auf Bachelor und Master


25. November 2009

HRK-Chefin verteidigt Umstellung auf Bachelor und MasterBegleitet von heftigen Studentenprotesten hat die Vorsitzende der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge erneut verteidigt. Es sei «Unfug», von einem Scheitern der Reform zu sprechen, sagte Wintermantel am Mittwoch in Berlin. Es handele sich um die «tiefgreifendste Reform der vergangenen Jahrzehnte» an Hochschulen. Die Bilanz sei überwiegend gut. An einigen Stellen gebe es zwar Probleme und Nachbesserungsbedarf. In der laufenden Debatte werde aber so getan, als sei dies beim Großteil der Studiengänge der Fall. «Und das stimmt einfach nicht», sagte Wintermantel.

Die HRK-Chefin appellierte an die Kultusminister der Länder, die Vorgaben für die Bachelor-Studiengänge zu lockern. Hier gebe es eine Überregulierung, die die Hochschulen in ihrer Gestaltungsfreiheit einschränke. Vorschriften zur genauen Dauer einer Bachelor-Arbeit etwa seien nicht sinnvoll. Wintermantel forderte die Länder außerdem auf, mehr Geld in die Hochschulen zu stecken. Nur so könnten die Studienbedingungen verbessert werden. Nötig sei eine andere Relation zwischen Dozenten und Studenten, mahnte sie, «wir brauchen dringend kleinere Seminare.»

Mehrere Dutzend Studenten stürmten die Pressekonferenz der HRK in Berlin, entrollten Transparente und riefen in Sprechchören: «Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut.» Bereits am Dienstag hatten mehrere tausend Studenten in Leipzig gegen Sitzung der HRK demonstriert.

Seit mehreren Wochen gehen Zehntausende Studenten in Deutschland für bessere Bildung auf die Straße und halten Hörsäle besetzt. Sie verlangen unter anderem mehr Geld für das Bildungssystem, vor allem aber Korrekturen am System der Bachelor- und Masterstudiengänge. Die Studenten klagen über eine zu starke Verschulung und eine zu große Stofffülle in dem neuen System.

na/ddp

 

 

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