IG Metall will vorgezogene Tarifverhandlungen04. Februar 2010
Die IG Metall will bei der Beschäftigungssicherung «Lösungen finden, die bis mindestens Mitte 2012 tragen». Hofmann betonte, es gebe nach den Sondierungsgesprächen bereits «einige Klarheit». So sollen die Regelungen zur Kurzarbeit fortgeschrieben werden. Kurzarbeit sei das primäre Instrument der Beschäftigungssicherung. Dazu sei es aber nötig, dass die Bundesregierung das Kurzarbeitergeld weiter verlängere. Die Branche brauche eine «schnelle» und «klare Aussage». Für den Fall, dass sich die Gesetzeslage nach Abschluss des Tarifvertrags ändert, will die Gewerkschaft eine «Exitklausel» verabschieden, nach der ein Ausstieg aus den Vereinbarungen möglich ist. Zusätzlich ist dem IG-Metall-Bezirksleiter zufolge ein «neuer Baustein» unter dem Titel «tarifliche Kurzarbeit» geplant. Dabei soll Mitarbeitern bei einer Absenkung der Arbeitszeit auf 28 Stunden ein Teillohnausgleich gezahlt werden. Dies soll in den Fällen anwendbar sein, in denen keine Kurzarbeit möglich ist, etwa weil die Bezugsdauer von 24 Monaten erreicht ist oder weil die konjunkturellen Voraussetzungen dafür nicht gegeben sind. Weiterhin sollen auch die Voraussetzungen für die Übernahme von Lehrlingen verbessert werden. Die Gewerkschaft will zudem mehr Geld aushandeln. Die Beschäftigten hätten in den vergangenen Monaten eine »massive Belastung« hinnehmen müssen, sagte Hofmann. Dabei strebe die IG Metall eine »sehr kurze Laufzeit« an. Die Gewerkschaft wolle »auf Sicht fahren«. Denkbar sei auch eine Einmalzahlung. Ziel sei es auch, über die Entgelte einen sozialen Ausgleich zu erreichen, also »für jeden den gleichen Betrag« zu fordern. Da innerhalb der Friedenspflicht verhandelt werden soll, ist laut Hofmann eine einvernehmliche Lösung mit den Arbeitgebern notwendig. Mit Blick auf das Vorziehen der Verhandlungen sagte Hofmann: »Außergewöhnliche Zeiten verlangen außergewöhnliche Maßnahmen.« Die Tiefe der Krise sei »einmalig«. Südwestmetall-Chef Rainer Dulger betonte, die Arbeitgeber wollten Beschäftigungssicherung und Entgeltregelungen nur im Gesamtpaket verhandeln. Er sei «verhalten zuversichtlich», dass dies gelinge. Südwestmetall wolle am kommenden Mittwoch über vorgezogene Verhandlungen entscheiden. Die Branche zählt im Südwesten 740 000 Beschäftigte. Nach jüngsten Zahlen waren im Oktober 240 000 von ihnen in Kurzarbeit und nach Schätzungen der IG Metall weitere 30 000 Beschäftigte in reduzierter Arbeitszeit tätig. Der Gehalts-Tarifvertrag läuft regulär Ende April aus. na/ddp
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Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 04. Februar 2010 um 15:39 erstellt und ist in der Kategorie Deutschland abgelegt. Es besteht die Möglichkeit auf diesen Artikel zu antworten oder einen Trackback von der eigenen Seite zu senden.
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