Kirchenkritikerin Ranke-Heinemann: Zölibat begünstigt Missbrauch


02. Februar 2010

Kirchenkritikerin Ranke-Heinemann: Zölibat begünstigt MissbrauchDie Kirchenkritikerin Uta Ranke-Heinemann hält sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche für «symptomatisch». Im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen am Berliner Canisius-Kolleg und an anderen Jesuitenschulen kritisierte sie die Sexualmoral der Kirche: «Die Zwangsentsexualisierung von Priestern durch das völlig unnatürliche Zölibat wird weiterhin solche Vorfälle begünstigen», sagte sie am Dienstag der Nachrichtenagentur ddp.

Dass bei derartigen Missbrauchsfällen häufig männliche Kinder und Jugendliche betroffen sind, führt sie auf die Unterdrückung der Frau in der katholischen Kirche zurück: «Die Vertreibung der Frau ist geglückt, die Entsexualisierung hingegen nicht. Das hat zur Folge, dass im Klerus überproportional Männer mit einer homosexuellen Neigung anzutreffen sind. Solange zwangsentsexualisierte, homosexuelle Priester mit Männern, Jugendlichen und Kindern in dunklem Beichtstuhlgewisper vereint sind, wird sich der Beichtstuhl immer mehr zur Kontaktbörse für Homosexuelle entwickeln und sollte darum für Kinder und Jugendliche verboten werden», sagte Ranke-Heinemann.

Über den Umgang der katholischen Kirche mit Pädophilen in ihren Reihen und die Reaktionen des Papstes ärgert sich Ranke-Heinemann. Die kirchenrechtlichen Konsequenzen, die immer wieder angedroht würden, hält sie für nicht existent. «Da ist dann von Therapie die Rede, dabei kann Pädophilie als Veranlagung überhaupt nicht therapiert werden. Täter versetzt man jahrzehntelang, während Kritiker mundtot gemacht werden», kritisierte sie.

na/ddp

 

 

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