Koch-Institut erwartet bis zu 600 neue Schweinegrippe-Fälle täglich24. Juli 2009
Hacker sagte mit Blick auf den sprunghaften Anstieg: «Wir sehen das schon mit einer gewisser Sorge, ohne jetzt in Panik zu verfallen.» Bei einer größeren Verbreitung müsse aber auch in Deutschland mit schweren Verläufen der Krankheit gerechnet werden. Bislang seien fast alle Fälle milde verlaufen. Den Angaben zufolge gab es in Deutschland bislang nur drei Erkrankungen mit einem schweren Verlauf. Derzeit seien 75 bis 80 Prozent der Fälle «importiert». Viele hätten sich im Ausland mit dem Erreger infiziert, vor allem in Spanien. Er hoffe, dass Urlauber jetzt sensibilisiert seien und mehr auf die »unbedingt notwendige Hygiene« achteten. Schröder geht davon, dass der Impfstoff gegen die Neue Grippe Ende September oder Anfang Oktober vorliegen wird. »Dann kann das Impfen sofort beginnen», sagte er. Thüringen, das gegenwärtig den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz hat, brachte am Freitag nach abschließenden Gesprächen zwischen Bund und Ländern eine entsprechende Bestellung auf den Weg. Damit folgten die Gesundheitsminister den entsprechenden Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Nach Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums hat die WHO als Vorsorgemaßnahme dazu geraten, zunächst besondere Personengruppen, wie Menschen mit chronischen Krankheiten oder Beschäftigte im Gesundheitswesen zu impfen. Diese Personengruppen umfassten rund 30 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Gegenwärtig befinde sich der Entwurf einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums zwischen Bund und Ländern in der Abstimmung, in der die Leistungspflicht der Krankenkassen sowie weitere Einzelheiten geregelt würden. Dem Ministerium zufolge besteht die Option zum Kauf weiterer Dosen, um gegebenenfalls die gesamte Bevölkerung impfen zu können. Die 50 Millionen Dosen kosteten rund 700 Millionen Euro. Für eine bundesweite Impfung müssten laut Ministerium insgesamt zwei Milliarden Euro aufgewendet werden. Der Katastrophenschutzexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Reichenbach, forderte unterdessen, «wenn das Virus noch gefährlicher wird und die Ansteckungsrate nach oben geht, müssen Großveranstaltungen wie Fußballspiele abgesagt werden». Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) widersprach: «Das zeichnet sich derzeit nicht ab.” Ob diese Einschätzung auch noch im Oktober gelte, könne heute niemand voraussehen. Auch RKI-Chef Hacker sieht keinen Grund, wegen der Schweinegrippe in nächster Zeit Großveranstaltungen abzusagen. Politiker von CDU und CSU sprachen sich indese für eine Prioritätenliste zur Impfung gegen die sogenannte Schweinegrippe aus. Der CSU-Innenexperte Stephan Mayer sagte: «Neben gesundheitlich angegriffenen und älteren Menschen müssen auch Strafgefangene bevorzugt geimpft werden. Nur so kann verhindert werden, dass gefährliche Täter im Krankenhaus von Polizisten teuer bewacht werden müssen.» Der CDU-Sozialexperte Gerald Weiß erklärte, für ihn stehe der Schutz der am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen wie Rentner, schwangere Frauen und Kinder im Vordergrund. na/ddp
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Dieser Artikel wurde am Freitag, 24. Juli 2009 um 14:49 erstellt und ist in der Kategorie Gesundheit abgelegt. Es besteht die Möglichkeit auf diesen Artikel zu antworten oder einen Trackback von der eigenen Seite zu senden.
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