Mit-Erbin von Kafka-Handschriften erhebt Vorwürfe gegen Staat Israel19. November 2009
Kafkas Handschriften befinden sich laut Hoffe seit einem halben Jahrhundert in einem Banksafe in der Schweiz. Staatliche israelische Organisationen stellten das Besitzrecht der Brod-Erben an den Papieren infrage. Hoffe sagte, ihre verstorbene Mutter Ester Hoffe habe die Kafka-Handschriften von dessen Nachlassverwalter und Herausgeber Brod geschenkt bekommen und später dessen Archiv geerbt. Sie warf Israel eine Verzögerungstaktik bei der Lösung des juristischen Streits um die Papiere vor: «Meine Schwester und ich sind alt – ich bin 75, und man hofft vielleicht, dass sich die Angelegenheit irgendwann von selbst erledigt hat», sagte Hoffe. Hoffe sprach sich dafür aus, sowohl die Kafka-Schriften als auch das Max-Brod-Archiv nach Deutschland zu geben. Der beste Platz sei das Deutsche Literaturarchiv in Marbach. «Würden die Unterlagen in Israel bleiben, würde man sich wahrscheinlich auf Kafka stürzen und ansonsten nur sagen: Bye-bye, Max. Israel hat Max Brod nie umarmt. Außerdem ist alles in Deutsch geschrieben, und viele Nachlässe von Brods Briefpartnern sind auch im Deutschen Literaturarchiv», sagte Hoffe. Vor einem Familiengericht in Israel läuft seit mehr als einem Jahr ein Prozess um den Nachlass Max Brods. Der Staat Israel beansprucht die Dokumente als nationales Kulturgut. na/ddp
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Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 19. November 2009 um 11:01 erstellt und ist in der Kategorie Deutschland abgelegt. Es besteht die Möglichkeit auf diesen Artikel zu antworten oder einen Trackback von der eigenen Seite zu senden.
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