3. September 2010

Deutschland will zwei ehemalige Gefangene aus dem US-Gefangenenlager Guantánamo aufnehmen. Rheinland-Pfalz übernimmt einen Syrer und Hamburg einen Palästinenser. Die beiden Männer saßen angeblich unschuldig in Haft. Das teilte der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch der Tageszeitung “DIE WELT” mit. Die Aufenthaltsgenehmigung “ist zunächst befristet für etwa ein Jahr”, sagte Bruch. Die Dauer hänge davon ab, wie sich die Ex-Häftlinge in Deutschland integrieren. Die Aufenthaltsgenehmigung werde zudem “räumlich beschränkt”, also nur in den beiden Bundesländern gelten. Mit dem Bund sei zudem vereinbart worden, dass er sich erheblich an den Unterbringungskosten beteiligt. “Das können 50.000 oder auch 100.000 Euro sein”, sagte Bruch. Bei dem Syrer handelt es sich nach Medieninformationen um den 35 Jahre alten Mahmud Salim al-Ali, der 2001 nach Afghanistan gereist sein soll, um sich dort als Terrorist ausbilden zu lassen. “Mir ist mitgeteilt worden, dass die Männer neun Jahre lang unschuldig inhaftiert waren”, sagte Bruch. Nach seinen Angaben werden gegen beide Männer keine Schuldvorwürfe erhoben. “Ich verlasse mich auf die Aussage des Bundesinnenministers, dass von den ehemaligen Gefangenen keine Gefahr ausgeht,” sagte Bruch. Zu der Gefährlichkeit des Mannes sagt er: “Wir verlassen uns da auf die Sicherheitsbewertung des Bundes und der Amerikaner. Sie konnten dem Syrer nicht nachweisen, dass er an einer Kampfhandlung teilgenommen hat.” Bruch unterstrich, dass er sich aus humanitären Gründen hätte vorstellen können, mehr Ex-Häftlinge aufzunehmen. (dts Nachrichtenagentur)

na/dts

 

 




3. September 2010

Der bis vor Kurzem inhaftierte iranische Starregisseur Jafar Panahi wehrt sich weiter gegen das Regime in seiner Heimat. Der Tageszeitung “Die Welt” (Freitagausgabe) sagte er: “Wenn ich nicht reden soll, wenn ich keine Filme drehen soll, wenn ich in keiner Weise meine Meinung äußern darf, dann kann ich doch gleich durchdrehen und sterben.” Panahis aktueller Film “Akkordeon”, dessen wesentliche Botschaft die Gewaltfreiheit ist, hatte am Donnerstag bei den Filmfestspielen von Venedig Premiere. Seine Filme sind im Iran verboten oder nur eingeschränkt gezeigt worden. Am 1. März dieses Jahres wurde er festgenommen. Panahis Freilassung erfolgte erst, nachdem er in einen Hungerstreik getreten war und sich zahlreiche Kino-Größen wie Steven Spielberg, Francis Ford Coppola und Juliette Binoche für ihn eingesetzt hatten. Um freizukommen, musste Panahi eine Kaution in Höhe von rund 150.000 Euro zahlen. (dts Nachrichtenagentur)

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3. September 2010

Die schwarz-gelbe Koalition erwägt eine Erhöhung der Tabaksteuer. Wie die “Bild-Zeitung” (Freitagausgabe) berichtet, macht sich der CDU-Wirtschaftsflügel für eine schrittweise Anhebung bis 2015 um insgesamt 50 Cent pro Zigarettenpackung stark. Die Erhöhung soll jährlich um zehn Cent erfolgen. Mit den zusätzlichen Einnahmen von bis zu 1,3 Milliarden Euro pro Jahr sollen geplante Steuervereinfachungen gegenfinanziert werden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand (PKM), Christian von Stetten, sagte der Zeitung: “Wir brauchen eine umfangreiche Steuervereinfachung. Die Steuerausfälle sollten teilweise durch eine moderate Anhebung der Tabaksteuer ausgeglichen werden.” Der Marktführer in der Zigarettenbranche in Deutschland, Philip Morris, zeigte sich offen für die Steuerpläne. Ralf Lothert, Mitglied der Geschäftsführung von Philip Morris, sagte der “Bild-Zeitung”: “Gegen eine moderate Steuererhöhung würden wir nicht kämpfen.” Allerdings müssten die Hersteller ausreichend Zeit zur Umstellung der Zigarettenautomaten bekommen. Eine höhere Tabaksteuer dürfe außerdem keine Arbeitsplätze gefährden. (dts Nachrichtenagentur)

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2. September 2010

Dem Planeten Erde steht ein Artensterben bevor, dessen Ausmaße größer sein könnten als beim Aussterben der Dinosaurier. Dies zeigen neue Forschungen des amerikanischen Paläobiologen John Alroy an der australischen Macquarie Universität in Sydney, die im “Science”-Magazin veröffentlicht wurden. Der Wissenschaftler stellte Daten von beinahe 100.000 Fossiliensammlungen zusammen, um Aufschluss über das Schicksal von Meerestieren zu erlangen, die vor 250 Millionen Jahren ausgestorben waren. Alroy gelangte zu der Erkenntnis, dass momentan eine Welle des Aussterbens in Gange sei, die schwerwiegender als jedes vergleichbare Ereignis in der Geschichte sein könnte. Der Forscher befürchtet dramatische Veränderungen am Meeresboden, da die Balance der dominierenden Arten schwer gestört werde. Er macht die menschlichen Einflüsse wie Düngemittel, Pestizide, Schadstoffbelastung und Abholzung der Wälder dafür verantwortlich. “Die Menschheit betreibt ein gigantisches Experiment mit der Natur”, so Alroy. (dts Nachrichtenagentur)

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2. September 2010

In den USA wächst derzeit die Angst vor einer neuen Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Am Donnerstagvormittag (Ortszeit) explodierte rund 140 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana eine Ölplattform. Dabei sei direkt ein Feuer ausgebrochen, dass bisher nicht gelöscht werden konnte. Bei dem Vorfall seien laut Küstenwache 13 auf der Plattform befindliche Arbeiter ins Wasser geschleudert worden. Nach Angaben des Betreibers der Plattform, Energiekonzern Mariner, sei dabei niemand verletzt worden. Die Küstenwache berichtete derweil von einer verletzten Person. Alle Arbeiter seien jedoch wohlauf und in Sicherheit gebracht worden. Auch bei den Angaben um ein mögliches Austreten von Öl aus der Quelle herrschten widersprüchliche Meinungen. Während der Energiekonzern nach einem Beobachtungsflug keinerlei Ölaustritt feststellen konnte, sprach die Küstenwache von einem knapp zwei Kilometer langen Ölschleier, der sich auf der Wasseroberfläche ausgebreitet habe. Die Ursache des Unglücks ist derweil noch unklar. Laut dem Unternehmen habe die Bohrinsel seit geraumer Zeit kein Öl gefördert und sei derzeit nur in Wartungsarbeiten. Erst vor kurzem hatten die Amerikaner mit einer Ölpest im Golf zu kämpfen, nachdem im April dieses Jahres die Bohrinsel “Deepwater Horizon” im Meer versank und folglich unaufhörlich Öl in den Golf von Mexiko sprudelte. An der Börse stürzten derweil die Papiere der Ölkonzerne für kurze Zeit in den Keller. (dts Nachrichtenagentur)

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2. September 2010

In Russland sind die Waldbrände im Süden durch starke Winde erneut angefacht worden. Dabei kam russischen Behörden zufolge eine Person ums Leben. Lokale Medien berichten, dass bis zu 113 Häuser komplett niedergebrannt seien. Die Temperaturen sind nach der Hitzewelle im Sommer, bei der im Süden von Wolgograd über 40 Grad Celsius gemessen wurden, wieder gesunken. Die Feuer haben in den letzten Monaten eine Waldfläche von einer Million Hektar zerstört. Ganze Dörfer wurden zerstört und insgesamt 50 Menschen kamen ums Leben. Auch ein Atomkraftwerk wurde von den Flammen bedroht. Die russische Regierung hob am 23. August den Notstand, in den übrigen sieben von den Feuern betroffenen Regionen, wieder auf. (dts Nachrichtenagentur)

na/dts

 

 



 

 

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