Gruner+Jahr: Personality-Magazin «Park Avenue» erscheint im Januar letztmalig


20. November 2008

Von den Nathalie Waehlisch und Angelika Rausch

Der Gruner+Jahr Verlag bekommt die aus der weltweiten Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise resultierenden rückläufigen Werbeeinnahmen deutlich zu spüren. Der Vorstand habe daher jetzt beschlossen, für Deutschland das 2005 gestartete Personality-Magazin «Park Avenue» einzustellen, teilte der Verlag am Mittwoch mit. Zuvor hatte Gruner+Jahr bereits eine Umstrukturierung der Wirtschaftsmedien bekanntgegeben, nach der ab März 2009 eine Redaktion mit 250 Vollzeitkräften von Hamburg aus für sämtliche Marken der Gruppe arbeiten wird.

Die Zeitschrift «Park Avenue» unter Leitung von Chefredakteur Andreas Möller erscheint letztmalig mit Heft 1/2009. Von der Einstellung von «Park Avenue» seien 23 Mitarbeiter in Redaktion und Verlag betroffen, deren Stellen wegfielen. Auch «Life & Style» in Russland und «Gala Niederlande» werden den Angaben zufolge eingestellt. Zusammen entfallen durch die beiden Maßnahmen 35 Stellen in Verlag und Redaktion.

Das Hamburger Verlagshaus baut zudem seine defizitäre Wirtschaftsmedien-Sparte grundlegend um. Ab März 2009 werden die Marken «Capital», «Impulse», «Börse Online» und «Financial Times Deutschland» («FTD») in Hamburg zusammengezogen.

Bislang sind die Ressorts Finanzen-News und Geldanlage in Frankfurt am Main angesiedelt, das Ressort Politik operiert von Berlin aus. Die bisherigen Standorte von «Capital» und «Impulse» in Köln, von «Börse Online» in München und die jetzigen Korrespondentenbüros der drei Magazinredaktionen werden geschlossen. Die Verlagsabteilungen in Köln und München waren weitgehend bereits im Sommer nach Hamburg geholt worden. Insgesamt sollen etwa 60 Stellen wegfallen. Der neuen Zentralredaktion gehören rund 250 Vollzeitkräfte an.

Die Redaktion wird den Angaben zufolge von einem Chefredakteurskollegium unter Leitung von «FTD»-Chefredakteur Steffen Klusmann geführt. Die Chefredakteure Ursula Weidenfeld («Impulse»), Stefanie Burgmaier («Börse Online») und der künftige Nachfolger von Klaus Schweinsberg («Capital») behielten die inhaltliche Verantwortung für ihre Marken. Neben den Ressorts Unternehmen, Mittelstand/Gründer/Steuern, Geldanlage, Finanzen-News, Politik, Lifestyle und Agenda wird zusätzlich je ein Reporter- und Autorenteam eingerichtet. CvD- und Layout-Aufgaben würden jeweils aus einem Team heraus wahrgenommen, die Online-Redaktionen würden zusammengelegt.

G+J-Vorstand Bernd Buchholz sagte, der Verlag glaube weiter an das Potenzial und die positive Perspektive der Wirtschaftsmedien. Man wolle die starken Marken «dauerhaft und krisensicher als Qualitätsmedien führen». Dieses Ziel sei aber mit drastischen Kostensenkungen pro Einzelmarke nicht zu erreichen.

Die Verlagsgeschäftsführerin von G+J Wirtschaftsmedien, Ingrid Haas, räumte ein, die Maßnahme stelle für viele Mitarbeiter einen harten Schnitt dar. Dieser ist aber unausweichlich, um allen Titeln Chancen zu eröffnen.

(Quelle: G+J in Pressemitteilungen)

ddp/arh/fgr
 

 

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