Polizei plant «abgestuftes Sicherheitskonzept» für NATO-Gipfel


22. Januar 2009

Bei dem Anfang April in Baden-Baden und Straßburg stattfindenden NATO-Gipfel wird die Polizei auf deutscher Seite mehrere unterschiedlich stark abgeschirmte Sicherheitszonen errichten. «Derzeit erarbeiten wir ein abgestuftes Sicherheitskonzept», sagte der Leiter der Kriminaldirektion Rastatt/Baden-Baden, Kriminaldirektor Kurt Wintermantel, am Donnerstag in Baden-Baden. Eine absolute Sperrzone werde sichtbar abgegrenzt sein, in der man sich ohne Polizeibegleitung nicht bewegen dürfe. Davon würden auch Anwohner «im überschaubaren Umfang» betroffen sein.

In dieser Sperrzone lägen auch Geschäfte und Gaststätten. Daran schließe sich nach dem Vorbild von «Zwiebelschalen» eine weitere Zone an, in der es «Einschränkungen für den Individualverkehr geben» werde. Hier werde die Polizei mit starken Kräften «verhindern, dass Störer einsickern», sagte Wintermantel. «Wir werden versuchen, eine Art Schutzglocke über die Kernstadt Baden-Badens zu legen», betonte er.

Der Kriminaldirektor kündigte an, dass es «erhebliche Beeinträchtigungen im Verkehr geben» werde. Am 3. April sollten die Bürger deshalb «auf den Pkw verzichten», riet er. Die Bürger würden voraussichtlich an den Absperrgittern keinen Sichtkontakt zu den Delegationen haben. «Wenn man was sehen will, sieht man sicher am Fernseher am meisten», sagte Wintermantel. Wenn Menschen eigens nach Baden-Baden kämen, um den neuen US-Präsidenten Barack Obama zu sehen, werde das «nicht funktionieren».

Zu dem in Baden-Baden und Straßburg stattfindenden «Doppelgipfel» zum 60-jährigen Bestehen der NATO am 3. und 4. April werden neben den Staats- und Regierungschefs der 26 NATO-Mitgliedsstaaten auch die Verteidigungs- und Außenminister erwartet. Baden-Württembergs Innenminister Heribert Rech (CDU) hat den Einsatz von rund 14 000 Polizisten angekündigt. In Baden-Baden ist am Abend des 3. April ein feierliches Festessen der Delegationen geplant.

ddp/dmu/stu – na
 

 

 

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