Prozess um die «Nixe von Boltenhagen» vertagt


02. November 2009

Prozess um die «Nixe von Boltenhagen» vertagtIm Prozess um das mysteriöse Verschwinden der «Nixe von Boltenhagen» haben die beiden angeklagten ehemaligen Inhaber der Firma «Nymphenworld» aus dem südpfälzischen Wörth die Aussage verweigert. Die 27-Jährige und der 31-Jährige müssen sich seit Montag vor dem Amtsgericht Grevesmühlen wegen Vortäuschens einer Straftat verantworten. Sie hatten 2006 den Diebstahl der Nixe am Strand des mecklenburgischen Ostseebades angezeigt, sollen laut Anklage aber selbst für den Abbau verantwortlich gewesen sein.

Die lebensgroße Bronzestatue, die der 2001 zur Miss Rheinland-Pfalz gewählten Angeklagten ähnelt, war Anfang 2005 über Nacht am Ostseestrand aufgestellt worden. Nachdem sich zunächst niemand zu dem Kunstwerk bekannte, das mit der Zeit zahlreiche Spaziergänger anlockte, beanspruchte wenige Monate später die Firma «Nymphenworld» die Vermarktungsrechte an der Skulptur. Die Folge war ein Streit mit den Gewerbetreibenden des Ortes, die für Werbung oder Darstellungen der Nymphe auf ihren Artikeln eine Gebühr zahlen sollten. Ende Februar 2006 war die Figur plötzlich wieder verschwunden.

Die Angeklagten, damals Inhaberin und Verkaufsmanager von «Nymphenworld», hatten Strafanzeige bei der Polizei gestellt und sich später beim Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern über die ihrer Meinung nach schleppenden Ermittlungen beschwert. Vor dem Verschwinden der Figur habe es «Unruhe» unter den Gewerbetreibenden gegeben, die sich für die Aufstellung einer eigenen Nymphe am Strand aussprachen, erklärten die Verteidiger vor Gericht. In diesem Falle wären die Händler nicht mehr verpflichtet gewesen, Provision für Nixen-Souvenirs an «Nymphenworld» zu zahlen.

Die Staatsanwaltschaft dagegen sieht es als erwiesen an, dass die Angeklagten den Abbau der Nixe selbst organisiert haben. Hintergrund soll die Idee gewesen sein, dieselbe Statue am Strand vor Lübeck aufzustellen, um dort ein ähnliches Vermarktungsmodell wie in Boltenhagen zu starten.

Seit April 2007 steht tatsächlich eine Nixe am Priwall von Travemünde, dem Strandbereich von Lübeck. Eine Marketingaktion wie in Boltenhagen hat es aber bislang nicht gegeben. Nun soll der Hersteller der Boltenhagener Bronzestatue, ein Künstler aus der Eiffel, klären, ob es sich bei dem Lübecker Modell um dieselbe Nixe wie die aus seiner Werkstatt handelt. Der Prozess soll am 23. November fortgesetzt werden.

na/ddp

 

 

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