Reform des Mietrechts für mehr Klimaschutz gefordert


06. Dezember 2008

Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Andreas Troge, hat eine umfassende Reform des Mietrechts für mehr Klimaschutz gefordert. Kosten und Nutzen einer klimafreundlichen Sanierung müssten besser auf Mieter und Vermieter verteilt werden, sagte Troge der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Samstagausgabe). So solle der Mieter den Vermieter verklagen können, wenn der errechnete Höchstenergieverbrauch für die Wärme deutlich überschritten werde. Außerdem sprach Troge sich für einen Warmmietenspiegel aus, «damit ein potenzieller Mieter weiß, was die Wohnung effektiv kosten» wird.

Zwar sehe er die geplante Ausweitung des CO2-Gebäudesanierungsprogramms positiv, sagte der UBA-Chef. Subventionen seien aber «immer nur die zweitbeste Lösung» hinter klaren gesetzlichen Regelungen. «Bis wir das Vermieter/Mieter-Dilemma im Mietrecht nicht lösen, werden wir keinen selbsttragenden Aufschwung bei der energetischen Gebäudesanierung hinbekommen», sagte Troge.

Derzeit sei es im Mietrecht so, dass «der Vermieter seine Investitionskosten in den Klimaschutz nur in geringem Maße auf die Miete umlegen kann, während bei steigenden Energiekosten die Hauptvorteile der Investition beim Mieter landen – weil er weniger zahlt». Deshalb dürften «wir uns nicht darüber wundern, dass relativ wenig aus Eigeninitiative passiert», betonte Troge. Unter ein Prozent des Wohnungsbestandes werde derzeit pro Jahr energetisch saniert. «Wir müssen Richtung zwei Prozent kommen und darüber hinaus», forderte Troge.

ddp/arh
 

 

 

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