Russland will angeblich bei Qimonda einsteigen


21. April 2009

Russland will angeblich bei Qimonda einsteigenIn Russland gibt es offenbar Interesse an einem Einstieg bei dem insolventen Chiphersteller Qimonda. Ministerpräsident Wladimir Putin und Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) hätten vereinbart, eine entsprechende Zusammenarbeit in den kommenden zwei Wochen «ergebnisoffen» und unter Einbeziehung des Insolvenzverwalters Michael Jaffé zu prüfen, sagte Sachsens Regierungssprecher Peter Zimmermann am Dienstag der Nachrichtenagentur ddp.

Zuvor habe Putin Tillich für 80 Minuten an seinem Regierungssitz in Moskau empfangen, zeitweise habe auch der russische Wirtschaftsminister Viktor Christenko an dem Treffen teilgenommen. Zimmermann zufolge gibt es «starkes russisches Interesse» an Qimonda. Der russische Staat müsse sich nicht selbst beteiligen, denkbar sei auch ein Einstieg «über Fonds», hieß es weiter.

Das Insolvenzverfahren für die Infineon-Tochter war am 1. April offiziell eröffnet worden. Fast 2500 Mitarbeiter aus Dresden und München wechselten in eine Transfergesellschaft. Zuletzt beschäftigte Qimonda weltweit 8700 Menschen. In Deutschland arbeiteten 1100 Menschen in der Zentrale in München und 2700 in Dresden.

Nach Angaben eines Sprechers von Jaffé gebe es unvermindert Gespräche mit potenziellen Investoren. «Sollte das Interesse von der russischen Seite erneuert werden, dann ist dies sehr erfreulich», sagte er auf ddp-Anfrage am Dienstag. Zuletzt war nur die Rede von weiterführenden Gesprächen mit dem chinesischen Unternehmen Inspur und einem Interessenten aus Taiwan, obwohl unter den rund hundert von Jaffé angesprochenen Investoren auch ein russischer Interessent war. Eine konkreten Termin für die bereits seit längerem angekündigte Reise Jaffés nach China nannte der Sprecher indes nicht.

na/gz, ddp

 

 

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