Ryanair fliegt in die roten Zahlen – Übernahmeangebot für Lufthansa


02. Juni 2009

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair ist im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz steigender Passagierzahlen tief in die roten Zahlen gerutscht. Nach einem Gewinn von 391 Millionen Euro im Vorjahr fiel ein Nettoverlust von 169 Millionen Euro an, wie das Unternehmen am Dienstag in Dublin mitteilte. Auch ein Anstieg der Passagierzahlen von knapp 51 Millionen auf mehr als 58 Millionen konnte ein Absinken in die Verlustzone nicht verhindern.

Das Unternehmen litt in dem Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr wie andere Fluggesellschaften unter den steigenden Kerosinpreisen. Sie legten um 59 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro zu und trugen damit 45 Prozent zu den operativen Kosten bei. Im Vorjahr waren es lediglich 37 Prozent. Der Umsatz stieg von 2,7 Milliarden Euro auf 2,9 Milliarden Euro. Der bereinigte Nachsteuergewinn sank von knapp 481 Millionen auf 105 Millionen Euro.

Trotz der Verluste sieht sich das Unternehmen weiter auf Expansionskurs. So erwägt Ryanair-Chef Michael O’Leary ein «ernsthaftes» Gebot für die Deutsche Lufthansa. Er verwies auf die sinkende Marktkapitalisierung der größten deutschen Fluggesellschaft. In naher Zukunft sei jedoch noch nicht mit eienr Offerte zu rechnen. Die Lufthansa wollte den Bericht nicht kommentieren.

Ryanair will im kommenden Geschäftsjahr in Deutschland erstmals mehr als zehn Millionen Passagiere befördern. «Die Wirtschaftskrise hilft uns, neue Fluggäste zu gewinnen», sagte Ryanair-Sprecherin Anja Seugling in Frankfurt am Main. Im Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr hätten knapp neun Millionen Kunden die mittlerweile zehn deutschen Ryanair-Flughäfen genutzt. Hoffnungen setzt das Unternehmen nun auf den neuen Standort in Memmingen westlich von München. «Das Einzugsgebiet dort ist ähnlich groß wie das von Frankfurt-Hahn», sagte Seugling.

na/uk, ddp

 

 

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