Studie: Deutsche bringen Journalisten wenig Vertrauen entgegen


18. Mai 2009

Der Journalismus hat bei den Deutschen offenbar ein Glaubwürdigkeitsproblem. Laut einer Umfrage der Technischen Universität (TU) Dresden bringen nur 35 Prozent der Bürger der Arbeit von Journalisten Vertrauen entgegen. Das spiegele sich auch im Ansehen des Berufs wider, teilte die TU am Montag mit. Nicht einmal zwei von drei Befragten gaben an, Journalisten «eher zu schätzen». Damit liegen sie auf Platz sechs von zehn abgefragten Berufen.

Die Gründe sind vielfältig. So werfen rund zwei Drittel der Befragten den Journalisten mangelnde Objektivität vor – vor allem in der politischen Berichterstattung. Eine ebenso große Zahl glaubt, dass «häufig Stellungnahmen von Experten unterdrückt» werden, die anderer Meinung seien als der Journalist selbst.

Darüber hinaus beschreibt «eine deutliche Mehrheit» Journalisten als käuflich. Hinzu komme, dass die Unterschiede zwischen Journalismus und PR immer stärker verwischten. Für viele seien Pressesprecher und Redakteure von Kundenzeitschriften ebenso Journalisten wie Redakteure in Nachrichtenmedien. Internet-Anwendungen wie Blogging verstärkten diesen Trend – für jeden zweiten 18- bis 24-Jährigen sei Blogging Journalismus.

Auch über Nachrichtenjournalismus im Speziellen äußerten sich die Bürger eher unzufrieden. Viele der Befragten vermissten Hintergründe, Fakten und konkurrierende Meinungen. Oft seien die Berichte zu stark subjektiv gefärbt und emotionalisiert.

Um dem Journalismus wieder zu mehr Glaubwürdigkeit zu verhelfen, schlagen die Autoren um den Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Donsbach eine Professionalisierung des Journalismus vor. Für die Studie wurden mehr als 1000 Personen über 18 Jahren telefonisch befragt. Sie wird am Freitag (22. Mai) veröffentlicht.

na/uk, ddp

 

 

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