Tatzeuge im «Ehrenmord»-Prozess verweigert Aussage19. Dezember 2008 Im Hamburger Prozess um den sogenannten Ehrenmord an der Deutsch-Afghanin Morsal O. hat der Cousin des Angeklagten am Freitag von seinem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Der 17 Jahre alte Schüler soll das tödliche Treffen zwischen dem Beschuldigten und dessen Opfer arrangiert haben und bei der Tat am 15. Mai dabei gewesen sein. Er gilt jedoch nicht als Beschuldigter. In dem Prozess muss sich der 24-jährige Bruder von Morsal O. wegen Mordes vor dem Landgericht verantworten. Zum Auftakt am vergangenen Dienstag hatte der Angeklagte Ahmad-Sobair O. die Aussage verweigert. Kritische Worte richtete der Vorsitzende Richter an die Staatsanwaltschaft: Er verstehe nicht, warum gegen den 17-jährigen Cousin des Beschuldigten bislang kein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Beihilfe oder zumindest wegen unterlassener Hilfeleistung eingeleitet worden sei. Der Staatsanwaltschaft zufolge besteht dazu im Moment kein Anlass. Die Anklage wirft Ahmad-Sobair O. vor, seine Schwester heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen getötet zu haben. Die 16 Jahre alte Morsal O. soll von ihrem Bruder erstochen worden sein, weil sie sich von der Familie abgewandt hatte. Laut Staatsanwaltschaft hatte sie sich aus Sicht des Angeklagten unangemessen bekleidet in der Öffentlichkeit bewegt. Auf einem Parkplatz im Stadtteil St. Georg soll er 23 Mal mit einem Messer auf seine Schwester eingestochen haben. Der 24-Jährige stellte sich später der Polizei und sitzt seither in Untersuchungshaft. Das Mädchen war zuvor mehrfach in Einrichtungen des Jugendnotdienstes untergebracht. Sie soll bereits seit mehreren Jahren unter dem Druck ihrer Familie gelitten haben, da diese den westlichen Lebensstil des Mädchens nicht billigte. Der Prozess wird am 5. Januar fortgesetzt. ddp/jaw/han
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Dieser Artikel wurde am Freitag, 19. Dezember 2008 um 17:47 erstellt und ist in der Kategorie Deutschland abgelegt. Es besteht die Möglichkeit auf diesen Artikel zu antworten oder einen Trackback von der eigenen Seite zu senden.
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