Tauss verlässt SPD und will «Pirat» werden20. Juni 2009
Die SPD forderte Tauss auf, auf seinen Sitz im Bundestag zu verzichten. «Das Bundestagsmandat kapern geht nicht. Er hat es durch die SPD erlangt und muss es deshalb wieder zurückgeben», sagte der Vorsitzende der baden-württembergischen SPD-Bundestagsabgeordneten, Christian Lange, der «Welt am Sonntag». Tauss begründete seinen Austritt aus der SPD mit «einer schlimmen Fehlentwicklung» im Bereich der Innen-, Rechts- und Internetpolitik. Den vorläufigen Höhepunkt habe diese Entwicklung am Donnerstag mit der Zustimmung zu einem Gesetz gefunden, «mit dessen Hilfe CDU und CSU eine staatliche Zensurinfrastruktur errichten werden», sagte der frühere SPD-Abgeordnete. Das Abstimmungsverhalten der SPD-Bundestagsfraktion beim Gesetz zur Bekämpfung der Kinderpornografie sei für ihn nur der letzte Beleg dafür, «dass heute weder Internetexperten noch Bürgerrechtler ausreichendes Gehör im Parlament finden». Seine Kritik richtete sich aber auch gegen die anderen Parteien. «Ich bin dessen ungeachtet inzwischen zu der Überzeugung gekommen, dass es allen anderen Parteien – nicht nur der SPD – an hinreichendem Internet-Sachverstand in verantwortlicher Position fehlt», sagte Tauss. Es brauche eine «junge und moderne Bürgerrechtspartei» – das seien die Piraten für ihn. Die Piraten sehen sich selbst als Verfechter der Wissens- und Informationsgesellschaft. Sie kämpfen für den Datenschutz ebenso wie für die Lockerung des Urheberrechts. Die Partei wurde 2006 gegründet und erzielte bei der Europawahl 2009 aus dem Stand 0,9 Prozent. In Deutschland hat die Partei derzeit knapp 1800 Mitglieder. na/uk, ddp
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Dieser Artikel wurde am Samstag, 20. Juni 2009 um 16:20 erstellt und ist in der Kategorie Deutschland abgelegt. Es besteht die Möglichkeit auf diesen Artikel zu antworten oder einen Trackback von der eigenen Seite zu senden.
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