Telekom-Wettbewerber bieten Regierung Ausbau des DSL-Netzes an


29. Dezember 2008

Die im Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) zusammengeschlossenen Unternehmen haben der Bundesregierung ein eigenes Angebot zum Ausbau des DSL-Netzes gemacht. Die Unternehmen hätten sich mit einem entsprechenden Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt, teilte der Branchenverband am Montag mit. Seien die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen, könnten bald alle Bürger von einem breitbandigen Internetzugang profitieren.

«Die Vorschläge sollten zügig umgesetzt und schon im Rahmen des neuen Konjunkturprogramms berücksichtigt werden», forderte VATM-Präsident Gerd Eickers. Für die Arbeiten rechnet der Verband in einem ersten Schritt mit Kosten von 1,5 Milliarden Euro, die die Unternehmen selbst tragen würden. Für einen Ausbau mit Glasfaser würden in den nächsten zehn Jahren noch einmal rund 40 Milliarden Euro benötigt.

Das Schreiben des Verbands war nach den Worten von Vize-Regierungssprecher Thomas Steg am Montagmittag noch nicht bei der Regierung eingegangen. Die Ausstattung des ländlichen Raumes mit schnellen Anschlüssen treibe aber die Politik um, sagte Steg. Bei Entscheidungen dürfe es keine Bevorzugung oder Benachteiligung geben. Es gehe um regulatorische Regelungen. Dies sei zudem Sache der Bundesnetzagentur.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sagte, dass Versorgungslücken in der Fläche rasch geschlossen und die Leistungsfähigkeit der Telekommunikationsstruktur weiter gesteigert werden solle. Dabei komme dem Wettbewerb, also der Vielfalt von Technologien und Anbietern, «die entscheidende Rolle" zu.

VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner hatte der «Financial Times Deutschland» (Montagausgabe) gesagt, die Unternehmen würden den DSL-Ausbau im Vergleich zur Telekom in der Hälfte der Zeit, mit höherer Internetzugangsgeschwindigkeit und deutlich billiger durchführen. Anders als der Marktführer setzen die Unternehmen dabei nicht allein auf herkömmliche DSL-Technologie, sondern auf Glasfaser oder Funknetze.

Mit ihrer Offerte reagierten die Unternehmen auf Pläne der Telekom. Diese hatte der Bundesregierung angeboten, das DSL-Netz mit Milliardeninvestitionen flächendeckend auszubauen und dabei auf staatliche Subventionen zu verzichten. Als Gegenleistung forderte das DAX-Unternehmen unter anderem, höhere Mietpreise von ihren Mitbewerbern für die Mitnutzung des Telekomnetzes verlangen zu dürfen.

ddp

 

 

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