Tillich will Treuhandlösung für Qimonda prüfen


16. Mai 2009

Tillich will Treuhandlösung für Qimonda prüfenDer sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hält die für den Autobauer Opel geplante Treuhandlösung auch für eine Rettungsmöglichkeit für den Chiphersteller Qimonda. Er habe Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) beauftragt, mit dem Insolvenzverwalter Michael Jaffé «eine adäquate Lösung zu erarbeiten», sagte Tillich der «Dresdner Morgenpost» (Samstagausgabe). Eventuell könnten auf dieser Grundlage weitere Gespräche mit potenziellen Investoren aus anderen Ländern geführt werden.

Tillich sagte dem Blatt, eine Treuhandgesellschaft müsste schnell arbeiten, denn die Schwierigkeit sei, die Mitarbeiter von Qimonda zusammenzuhalten. «Wir brauchen die Mitarbeiter ja, sollte ein Investor wieder losarbeiten wollen.»

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters sagte auf Anfrage, «wir unterstützen jede Lösung, die dazu beiträgt, Qimonda zu retten, sofern sie insolvenzrechtlich machbar ist». Bislang wurde noch kein Investor gefunden. Zuletzt konnte Jaffé den Beschäftigten nur wenig Hoffnung machen. Der bislang aussichtsreichste Interessent aus China sei von Jaffé um eine Positionierung gebeten worden, sagte der Sprecher. Eine Reaktion stehe aber noch aus, und auch von einem möglichen russischen Interessenten gebe es noch keine Rückmeldung.

Das Insolvenzverfahren für die Infineon-Tochter war am 1. April offiziell eröffnet worden. Fast 2500 Mitarbeiter aus Dresden und München wechselten in eine Transfergesellschaft. Zuletzt beschäftigte Qimonda weltweit 8700 Menschen. In Deutschland arbeiteten 1100 von ihnen in der Zentrale in München und 2700 in Dresden.

na/uk, ddp

 

 

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