«Twilight»-Regisseurin sieht Frauen hinter der Kamera benachteiligt


10. Dezember 2008

Die Regisseurin der Bestsellerverfilmung «Twilight – Biss zum Morgengrauen», Catherine Hardwicke, sieht Frauen hinter der Kamera in Hollywood nach wie vor im Nachteil. «Es ist ein Jungs-Verein, du musst kämpfen«, sagte die 53-Jährige der Nachrichtenagentur ddp. Auch die Männer müssten sich für ihre Filme zwar ins Zeug legen. »Es ist nicht unbedingt leicht für sie, aber viel einfacher als für Frauen.» So habe man ihr zunächst nicht zugetraut, Stunts oder Special Effects umzusetzen, obwohl sie im Bereich visuelle Effekte sogar angefangen habe. Ihren großen Erfolg mit «Twilight» wertet Hardwicke darum auch als «Durchbruch für weibliche Regisseure». «Die Zeiten ändern sich, das ist großartig.»

Der erste Roman aus der Reihe von US-Autorin Stephenie Meyer erzählt die Liebesgeschichte zwischen der 17-jährigen Bella (Kristen Stewart) und dem Vampir Edward (Robert Pattinson). Die Verfilmung hatte am Startwochenende in den USA 70,6 Millionen US-Dollar (56 Millionen Euro) eingespielt. Das war das bislang viertbeste Ergebnis des Jahres und der höchste Start einer Regisseurin überhaupt.

Dennoch wird Hardwicke bei der Kinoversion des zweiten Romans »New Moon – Bis(s) zur Mittagsstunde« nicht mehr Regie führen. Offiziell wurde dies vom Studio Summit Entertainment vor wenigen Tagen mit Terminschwierigkeiten der Regisseurin begründet. Tatsächlich waren aber offensichtlich Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Seiten der Hintergrund. «Ich bin nicht einverstanden mit der Art, wie sie den zweiten Film machen wollen», sagte Hardwicke kurz vor Bekanntwerden der Entscheidung. Das Drehbuch sei «noch nicht besonders gut». Das Studio strebt bereits einen Kinostart Ende 2009 oder Anfang 2010 an.

Dass die Aufregung um »Twilight" angesichts der großen Fangemeinde der Buchvorlage groß sein würde, hatte Hardwicke erwartet. Vom Ausmaß zeigte sie sich aber dennoch überrascht: «Die Leute haben uns während der Dreharbeiten um 3.00 Uhr oben in den Bergen gefunden, sie haben gefroren, hatten ihre Babys dabei und haben Rob (Robert Pattinson) um ein Foto mit den Kleinen gebeten. Das war schon sehr merkwürdig.»

ddp/maa/han

 

 

 

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