UNO warnt vor humanitären Folgen des Klimawandels15. Dezember 2009
Nach offiziellen Angaben der UNO hat sich die Zahl der Naturkatastrophen, die in direkter Verbindung zum Klimawandel stehen, in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Die internationale Staatengemeinschaft geht mittlerweile von insgesamt 400 solcher Naturkatastrophen jährlich aus. «Wir haben es mit einem deutlichen Anstieg in den letzten Jahren zu tun gehabt», sagt Holmes. Nach offiziellen Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren 2008 insgesamt 20 Millionen Menschen unmittelbar davon betroffen. Der stellvertretende Generaldirektor der WHO, Eric Laroche, fordert von der Kopenhagener Konferenz deshalb nicht irgendein Abkommen, sondern vor allem eines, das den Entwicklungsländern in Zukunft großzügige finanzielle Unterstützung zugesteht. «Wir müssen endlich die humanitäre Dimension des Klimawandels in unsere Überlegungen miteinbeziehen», sagt der Gesundheitsexperte. Die WHO zählt jährlich 3,5 Millionen Menschen, die an den Folgen von Unterernährung sterben, weitere 900 000 sterben an Malaria. Beide Krankheiten sind häufig Folgeerscheinung von Naturkatastrophen, wie sie durch den Klimawandel hervorgerufen werden. Der verhängnisvolle Einfluss des Klimawandels auf die Lebensbedingungen der Armen und Ärmsten, könne gar nicht genug betont werden, sagt auch Semine Brovson vom Roten Kreuz Dänemark. Die Pflicht, Verantwortung zu übernehmen, fordert die 20-Jährige insbesondere ihrer eigenen Generation ab. «Wir sind bereits heute zu Schlüsselfiguren geworden, weil es um unsere Zukunft geht», sagt Brovson. Junge Menschen können und wollen Verantwortung übernehmen, bekräftigt sie. Umrahmt findet sich die Auftaktveranstaltung zum Tag der Humanität von der Fotoausstellung «100 einzigartige Orte, die schon bald verschwinden könnten» – eine Ausstellung, die 100 vom Klimawandel bedrohte Ort zeigt. Darunter auch europäische Städte wie Venedig, London und Kopenhagen selbst. «Wir sind alle betroffen vom Klimawandel», sagt Rolf Vestvik vom Norwegischen Rat für Flüchtlinge, niemand könne sich aus seiner Verantwortung lossagen. «Diejenigen, die mitunter am stärksten unter der humanitären Situation in ihrem Land leiden, sind Frauen und deren Töchter, sagt der Generalsekretär der Hilfsorganisation Care, Robert Glasser. Nach einer Katastrophe bekämen sie die kleinsten Essensration und müssten sich um die Familie kümmern. »Wir sollten uns das zu einer Herzensangelegenheit werden lassen«, sagt Glasser. Aus Solidarität mit diesen Frauen entscheiden sich im Anschluss an die Auftaktveranstaltung 32 Mädchen der Internationalen Schule Hørsholm je einen Liter Wasser in einem Plastikkanister aus der Innenstadt ins sechs Kilometer entfernte Bella-Center zu tragen, wo die Klima-Konferenz stattfindet. »Ich möchte den Leuten zeigen, was diese Mädchen täglich durchzustehen haben, sagt eine der Wasserträgerinnen, Eleanor Cooper. Die 13-Jährige fügt hinzu, dass es selbstverständlich keinen Vergleich zur wahren Last dieser Mädchen gebe könne, sondern nur ein blasses Abbild davon. na/ddp
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Dieser Artikel wurde am Dienstag, 15. Dezember 2009 um 15:33 erstellt und ist in der Kategorie International abgelegt. Es besteht die Möglichkeit auf diesen Artikel zu antworten oder einen Trackback von der eigenen Seite zu senden.
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