Weitere Zugausfälle bei der Berliner S-Bahn14. Januar 2010
Nach Angaben eines Bahnsprechers müssen immer mehr Züge wegen technischer Störungen von der Schiene genommen werden. Derzeit fielen 100 sogenannte Viertelzüge der Baureihe 481 mit defekten Fahrmotoren aus. Als Grund nannte der Bahnsprecher «konstruktionsbedingte Antriebsstörungen», die durch Schnee und Kondenswasser verursacht würden. Auch in den nächsten Tagen sei «keine signifikante Entspannung der Situation» zu erwarten. Junge-Reyer sagte im Abgeordnetenhaus, sie könne nur hoffen, dass sich die Situation nicht weiter verschlechtere. Die Oppositions-Fraktionen von CDU, Grünen und FDP attestierten dem rot-roten Senat «hilfloses Agieren». FDP-Fraktionschef Christoph Meyer verlangte erneut den Rücktritt Junge-Reyers. Wenn diese selbst nicht bereit sei, zu gehen, müsse sie der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) «aufs Abstellgleis schicken». Die Grünen-Verkehrsexpertin Claudia Hämmerling forderte Wowereit auf, den Druck auf die Führung der Deutschen Bahn zu erhöhen, anstatt «mit den Bahnchefs zu reden und zu kuscheln». Wowereit hatte am Dienstag ein Gespräch mit DB-Chef Rüdiger Grube angekündigt. Konsens zwischen Regierung und Opposition herrschte bei einem FDP-Antrag, der in den Verkehrsausschuss verwiesen wurde. Das Papier sieht unter anderem Freifahrten für alle Fahrgäste an zwölf Wochenenden des Jahres 2010 sowie einen Monat Freifahrt für Abo-Karten-Inhaber und Studenten vor. Fahrgäste der Berliner S-Bahn müssen seit Monaten zum Teil erhebliche Einschränkungen hinnehmen. Seit Sommer 2009 bietet die S-Bahn nur einen eingeschränkten Betrieb an. Wegen der erneuten Zugausfälle verkehrt der Bahn zufolge seit Donnerstag auf der Linie S5 zwischen Warschauer Straße und Mahlsdorf lediglich jeder zweite Verstärkerzug. Die Züge der Linie S47 fahren zudem nur zwischen Schöneweide und Spindlersfeld. Darüber hinaus bleibe es bei den Einschränkungen auf der Linie S1, die nur zwischen Zehlendorf und Nordbahnhof im Zehn-Minuten-Takt bedient wird, sowie auf der Linie S2, die diesen Takt nur zwischen Nordbahnhof und Buch einhält. Zudem ist die Linie S7 weiterhin nur im 20-Minuten-Takt unterwegs. Derzeit sind der Bahn zufolge nur 275 der rund 630 Viertelzüge der S-Bahn im Einsatz. Für den regulären Fahrbetrieb werden 550 Züge benötigt. Durch die umfangreichen Sonderuntersuchungen an den Fahrzeugen stünden weiterhin nicht genügend Werkstattkapazitäten zur Verfügung, um den aktuellen Fahrzeugengpass zu kompensieren, sagte der Sprecher. Nach Ansicht des VBB ist die Witterung hingegen nicht der Hauptgrund für die erneuten Zugausfälle. Die Antriebsstörungen der Züge seien der Bahn «seit Jahren bekannt und in Qualitätsgesprächen durch den VBB angesprochen worden», teilte der VBB mit. Die S-Bahn habe es versäumt, sich ausreichend auf den Winter vorzubereiten: «Die Fahrzeuge der Baureihe 481 sind seit 1997 im Einsatz und fahren nicht zum ersten Mal bei Frost und Schnee.» na/ddp
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Dieser Artikel wurde am Donnerstag, 14. Januar 2010 um 19:01 erstellt und ist in der Kategorie Deutschland abgelegt. Es besteht die Möglichkeit auf diesen Artikel zu antworten oder einen Trackback von der eigenen Seite zu senden.
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