Inspur denkt angeblich nicht an raschen Einstieg bei Qimonda


21. März 2009

Inspur denkt angeblich nicht an raschen Einstieg bei QimondaDie chinesische Staatsfirma Inspur denkt offenbar nicht an einen schnellen Einstieg beim insolventen Speicherchiphersteller Qimonda. Bislang sei noch gar nichts entschieden, «auch die Form einer möglichen Kooperation ist noch unklar», sagte Inspur-Sprecherin Sun Mei der in Dresden erscheinenden «Sächsischen Zeitung» (Samstagausgabe). Den Angaben zufolge hatte die Inspur-Tochter Shandong Sino-Chip Semicon Ltd. (SCS) gemeinsam mit anderen Staatsfirmen auf Initiative der Provinzregierung von Shandong Kontakt zu ausländischen Technologiefirmen aufgenommen, weil in Shandong eine eigene Halbleiterindustrie aufgebaut werden soll. Doch SCS zeige sich nicht in Eile. Die Gespräche seien in einem sehr frühen Stadium, alle Möglichkeiten würden geprüft, hieß es.

Bei der Infineon-Tochter Qimonda mit Hauptsitz in München herrscht hingegen Zeitdruck. Nach einem von Insolvenzverwalter Michael Jaffé vorgeschlagenen Modell sollten sich außer Inspur auch Gläubiger, Sachsen und Portugal beteiligen. Bedingung dafür ist freilich ein privater Investor. Dazu soll es in der kommenden Woche ein Treffen Jaffés mit Inspur-Vertretern geben, wie Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) am Donnerstag ankündigte. Einen solchen Termin bestätigte die Inspur-Sprecherin dem Blatt allerdings nicht.

Qimonda hatte Ende Januar Insolvenz angemeldet. Die Fertigung in Dresden mit einst mehr als 3000 Beschäftigten soll bis zum Monatsende komplett heruntergefahren und in einen «Stand-by-Modus» versetzt werden, um bei geglückter Investorensuche wieder schnell aufgenommen werden zu können. Inspur habe bislang als einziges von mehr als 100 von Jaffé konktatierten Unternehmen Interesse an Qimonda angemeldet, sagte Jurk im Landtag.

na/uk, ddp

 

 

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