Zentralrat der Juden besorgt über wachsenden Antisemitismus


26. Januar 2009

Der Zentralrat der Juden ist besorgt über einen wachsenden Antisemitismus in Deutschland. «Es gibt eine fortschreitend um sich greifende Feindschaft gegen Juden, mehr und mehr auch in der Mitte der Gesellschaft», sagte Generalsekretär Stephan Kramer dem «Tagesspiegel» (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht. Während des Krieges im Gaza-Streifen habe die Zahl der Hass-Mails an den Zentralrat um 40 Prozent auf 200 bis 300 pro Woche zugenommen. In einem Zehntel der Mails hätten «explizite Morddrohungen gegen persönlich benannte Mitglieder des Zentralrats» gestanden.

Kramer beschwerte sich auch über eine Vernachlässigung des Zentralrates durch die Politik. Bei der Holocaust-Gedenkveranstaltung im Bundestag seien Vertreter der Organisation, die auf der Zuschauertribüne Platz genommen hatten, in den vergangenen Jahren nie persönlich begrüßt worden, kritisierte er. Als Konsequenz bleibe der Zentralrat der Veranstaltung in diesem Jahr fern.

Der Bundestag erinnert am Dienstag mit einer Gedenkstunde an die Opfer der nationalsozialistischen Terrorherrschaft. Der Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz am 27. Januar 1945 war 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog zum Gedenktag erklärt worden.

ddp/chj/stu
 

 

 

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